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Otto Waalkes
Titanic

Songtext



Ich berichte jetzt aus der Serie: Otto Waalkes schildert große Schiffskatastrophen.
Und zwar ist das ein altes, ganz altes chinesisches Volkslied von einem verschwundenen Nachthemd - es heißt Fujiyama.
Ahoioioioi - wenn sie wollen, können sie mit schunkeln, aber nicht alle zusammen, nur jeder Zweite, ok? - Ich befinde mich hier an Bord der Titanic, die soeben sinkt!
Wie konnte es zu dieser herrlichen Katastrophe kommen?
Nun, es ist mir also vergönnt, Ihnen nicht nur von dem fantastischen Scheitern dieses Unternehmens, sondern auch von dem großartigen Kentern dieses Schiffes, berichten zu dürfen.



Früher hieß die Titanic M.
S.
Charlotte.
Und das war ein schönes Schiff, ja ein wunderschönes Schiff.
Sie war der Stolz der christlichen Seefahrt.
Sie hatte Rettungsringe aus purem Gold!
Und in den Kabinen konnten bis zu 300 Seeleute gleichzeitig schlafen!
Die Offiziersmesse schluckten Laubsägearbeiten von Herbert Da Vinci.
Und die M.
S.
Charlotte hatte einen großartigen Kapitän, das war ein Teufelskerl - der konnte mit bloßen Händen Telefonrechnungen zerreißen! - das konnte er.
Erinnern wir uns an den Stapellauf der M.
S.
Charlotte, ein schöner Tag zum Stapellaufen.
Da liegt sie - Stapelweise auf Stapellauf.
Froh gestimmt sind Menschen und Maschine - doch was ist das?
Attentäter!
Sie versuchen das Schiff mit einem Gegenstand zu bewerfen, ich sehe es ganz genau - mit einer Flasche!
Da, das neue Schiff bewegt sich, es wird ins Wasser fallen!
Das neue Schiff wird nass, das ist ja SCHRECKLICH!
Und dann kam der Krieg.
Da wurde sie Panzerkreuzer - spe.
Sie hat gekreuzt und gespäht, und gespäht und gekreuzt - aber kein Panzer weit und breit.
Große Kapitäne hat Gorch Fokk mal gesagt - Gorch Fokk ist die Schwester von Katharina Fokk - Große Kapitäne sind wie Briefmarken, außen zackig, und dahinten verbirgt sich ein klebriger Kern.
Und so war es auch in diesem Fall.
Vor wenigen Minuten hat der Kapitän mit voller Wucht ein Warnung der Wetterwarte Bochum in den Wind geschlagen, dass gerade hier in der Beringstraße, hinter jeder Kurve, die gefährlichen Eisbären lauern, von denen ja bekanntlich nur ein/siebtel ausm Wasser ragt, nämlich das linke Ohr *klink*.
Und jetzt war es soweit.
Einer dieser Eisbären hatte sich im Bug des Schiffes fest gebissen, und das stolze 25.
000 Tonnen Schiff zum Kentern gebracht.
Werden Sie Augenzeuge wie soeben das Chaos entsteht, Menschen rennen durcheinander, und ich sehe gerade, eine Dame in Abendgarderobe sichert sich mit einem eleganten Salto rückwärts aus dem Stand den dritten Platz vor den Australierrinnen.
Ein herrliches Bild, das so jeden Seemann erfreut - wenn wir den Kapitain um Stellungnahme bitten - doch der liest gerade das Buch: "Du und die Sandbänke".
Eine Frau rennt zu ihm:"Kapitain, Kapitain!""Ja, was ist denn los?
Mein Gott...""Ja, un-unser Schiff sinkt!""Ja da kann ich auch nix für, ist doch nicht Ihr Schiff!""Ja aber, wie weit ist es denn noch bis zum Land?""Ja, etwa 500 Meter.""Ja, aber wo denn, ich sehe nix!""ja, nach unten!""Ach so!
La paloma, oh Herr..."